Affekte - und deren Motive

Auch Herzlichen Glückwunsch: Aber 'nur' zu Ihrer Dokumentation der Sendung, die ich mir damals auch - zeitversetzt - als mp3 angehört hatte! Großartige Sendung!!
(Wenn auch nur "aus Versehen", weil durch das Lorenz-Beckhardt-Zitat ein unverhofft deutliches Statement Gegenstand des Gespräches wurde, das dieser so unverblümt wohl lieber nicht präsentiert hätte. OK, man kennt dieses Ressentiment, aber kaum einer derjenigen, die sich jede Kritik an der Israelischen Politik (v.a. 2002) von Dt. Seite kategorisch verbaten, legte bisher seine Motivation so freimütig offen. - Sonst wären an dieser Stelle wieder nur die üblichen Spekulationen über die Motive, Intentionen und Gesinnungen der anderen, der 'delegitimierten Schwätzer' und 'Falschdenker' zu lesen, jetzt haben wir auch mal was über die wahren Motive und über die Gesinnung von L. Beckhardt gelernt, einem der "zweifellos legitimierten" Diskursteilnehmer also. - Glückwunsch!)

Ihre 'Rezension' / Bewertung übrigens sagt dagegen wenig über die Sendung und ihren Inhalt aus, dafür um so mehr über Sie und ihre (aufgeregt vorgetragene) Perspektivität i.d.S.! - Obwohl Ihre Lagereinteilung in Bezug auf Ihre Statistik der Redeanteile (pro- und contra Israel) völlig unsachgemäß polarisiert, denn z.B. ist Frau H.-G., die Sie oben unfair und persönlich angreifen, ja nicht 'gegen Israel', sondern lediglich gegen die Ächtung jedes kritischen Wortes über die israelische Politik, bzw. gegen die Diffamierung jeder Kritik (an der konkreten Politik Israels) als vermeintlich "antizionistisch" oder "antisemitisch" motivierter Affekt.

Übrigens: Selbst wenn man (wie Sie) übersieht, dass auch die Gruppe der "Religiös Motivierten" eindeutig Ihrer 'pro-Seite' zuzurechnen war, wird aus Ihrer eigenen Statistik immerhin aber deutlich, dass es auch hier wieder ein deutliches Übergwicht 'Ihrer' vermeintlichen 'Pro-Seite' gegenüber der vermeintlichen 'Contra-Seite' gab. Das müsste Sie doch eigentlich mit dem Format versöhnen!?! - Aber vielleicht stört es Sie ja schon, dass dieses Thema überhaupt besprochen wurde, oder dass zwei der von Ihnen offenbar geradezu gehassten Diskussionsteilnehmer auch noch zu Wort kamen.

Wie auch immer. - Für eines aber war diese Sendung definitiv schon mal gut:
Endlich wurde durch das Beckhardt-Zitat - und seine anschließenden, verwundenen Auslassungen dazu einmal deutlich konturiert, was von ihm (und anderen Vertretern seines "Lagers") seit Jahren zugleich bestritten und betrieben wird:
Die Zurückweisung jedes Kritikrechtes für Nachfahren des von ihm offenbar so wahrgenommenen Tätervolkes: Endlich verbalisierte er seine dem Grunde nach schlicht rassistisch motivierten Ressentiments mal so, wie sie uns in vielen 'Argumentationen' bisher schon begegneten: Als willkürlich einsetzbares 'Totschlagargument': Um den "ethnisch nicht qualifizierten" Diskutanten schlicht "das Maul zu stopfen" / bzw. das Wort zu verbieten...

Natürlich hagelte es von Broder & Co auch nach dieser Sendung wieder pauschale Antisemitismusvorwürfe - und ins persönliche gehende Schimpftiraden!
Wie schön, dass zumindest Broder seine Neigung zu pauschalen Maximalverdikten infolge dieser Sendung - diesmal vor einem Kölner Gericht - zu verantworten hatte - und verlor!

H.M. Broder und L. Beckhardt gehörten ja zu jenen, die eine "Tabuisierung" jeder Kritik an der israelischen Politik immer als vermeintliche Propaganda abgetan haben - und sich perfiderweise zugleich mit großer Unduldsamkeit als Wächter dieses 'Tabus' aufführten, indem z.B. Beckhardt den Deutschen pauschal mal "500 Jahre Schnauze halten" verordnet(e) (sofern sie Deutsche nichtjüdischer Herkunft sind), und H.M. Broder irrationalerweise nun auch gegenüber Frau Hecht-Galinski wieder die Antisemitismuskeule schwingt. -

Dieses Doppelspiel aus Negierung und Instrumentalisierung einer offenbar doch ethnisch fokussierten Delegitimierung/(Tabuisierung) zum Zweck der Erlangung und der Perpetuierung einer Diskursdominanz erfordert schon eine Menge Unaufrichtigkeit und Selbstgerechtigkeit.

Schön, dass sich Beckhardt in Bezug auf d. Offenbarung seiner Motive im Vorfeld der Sendung mal nicht ganz im Griff hatte, und dass dieses alte mediale Spiel so endlich auch mal auf seine Motive transparent wurde. - Schon dafür hat sich die Sendung gelohnt.

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