Absage

Polemik, Diffarmierung, Unkenntnis und mangelnde Diskussionsbereitschaft - dies sind die allseits bekannten Pauschal-Vorwürfe, die jeden treffen, der den Islam, bzw. den Koran kritisiert.
So wurden sie zum wiederholten Male dem Schriftsteller Ralph Giordano unterstellt, nachdem er seine Teilnahme an einem Gepräch mit der DITIB zum Thema Moschee und Islam ablehnte.
Und erneut wartet man vergeblich darauf, dass die Vorwürfe durch die DITIB konktret begründet werden.
Giordano gagegen begründet seine Absage detailliert und versucht "die Formen der Höflichkeit zu wahren, ohne ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen."
Er weist noch einmal darauf hin, dass es in der Diskussion nicht um ein Duell DITIB- Giordano geht, sondern um die "Furcht breiter Bevölkerungsschichten vor einer schleichenden Islamisierung".
Diese Angst ist nicht unbegründet.
Was bedeutet zum Beispiel laut Koran eine Moschee?
Sie ist auf keinen Fall einer christlichen Kirche vergleichbar, sondern ein Ort des Gebets und ein sozialer Treffpunkt, wo Männer über Glaube, Politik und Recht diskutieren, sowie ein Ort, an dem Handel getrieben wird.
Die Minarette sind keineswegs Kirchtürme, sondern Ausdruck des Strebens nach Dominanz und Macht über Andersgläubige und als sichtbares Zeichen gedacht, dass der Islam dort angekommen ist wo er vorher noch nicht war.
Ist der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar, "mit Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus, mit Aufklärung und kritischer Methode"?
Die DITIb bekennt sich in ihrer Satzung zwar zum Grundgesetz, ist aber gleichzeitig eine Organisation, die dem türkischen Innenministerium untersteht. Diese Verbindung wird bis heute nicht wirklich offen gelegt.
Die Türkei selbst befindet sich zur Zeit in einer Zerreißprobe zwischen dem "laizistischen Segment ...und einem expandierenden islamischen Traditionalismus."
Tatsache ist, dass kritische Muslime mit der Fatwa bedroht, dass nachweisbare Wirklichkeiten ausgeblendet, beschönigt oder bestritten werden - wie etwa der hohe Anteil türkischer Frauen, die Gewalt in ihrer Paarbeziehung erleiden, das Problem der Zwangsehen, die unakzeptable Stellung der Frau, die große und steigende Anzahl aggressiver türkischer Jugendlicher, die Hassprediger, der Antisemitismus, das Sympathisantentum mit dem Terror im Namen Allahs.
Vor kurzem strahlte der WDR eine Fernseh- Sendung mit dem Titel "Koran im Kopf" aus. Diese Dokumentation erzählte die Wandlung eines Kölner Moslems zum Fundamentalisten. "Alles, was dem Islam zum Sieg verhilft, ist legitim. Wer auch nur einen Buchstaben aus dem Koran weglässt, der hört auf, ein guter Moslem zu sein", so die Botschaft des jungen Mannes, die jeder hören soll.
Auch die Äußerungen türkischer Jugendlicher mit deutschem Pass, die in der WDR-Sendung "Zu laut, zu fremd, zu bunt" zum Thema Moscheebau zu Worte kamen, lassen am Integrationswillen zweifeln.
Giordano schlägt daher vor, dass wir uns an das bereits bestehende Nebeneinander gewöhnen sollten. Angesichts derart gravierender und unvereinbarer Unterschiede wäre eine friedliche Koexistenz die bestmögliche und realistischste aller Möglichkeiten.
Bei einem Gespräch zwischen Herrn Giordano und Herrn Alboga könnte allenfalls ein Austausch bekannter und unvereinbarer Standpunkte und Ansichten herauskommen.
Verständlicherweise lehnt Ralph Giordano ein solches "Gespräch" ab, zumal er sich keinesfalls mit Leugnern des Genozid an den Armeniern und Lügnern von der "Auschwitzlüge" an einen Tisch setzen wird.
Giordano betont ausdrücklich, dass sich seine Kritik nicht gegen die Muslime richtet, sondern gegen den politischen Islam.
Zwischen Hinterhof-Moscheen und Mega-Moschee gäbe es viele Abstufungen, ohne die Provokation des geplanten Entwurfes.
Auch dieses Schlusswort ist offensichtlich von den Giordano- Kritikern "überlesen" worden, anders sind die Anschuldigungen wohl nicht zu verstehen.
Es ist anscheinend äußerst schwierig, einen Text sinnentnehmend zu lesen - es sei denn, man will ihn erst gar nicht verstehen.

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