
Direkter Draht zu Gott
Hallo Gott, hier ist Moishe. Kannst du mich hören?
Ein Brückenschlag ?
Sadi Arslan, ehemaliger Berliner Botschaftsrat für Religiöse Angelegenheiten, wurde im April 2007 von der Vollversammlung der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) für zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt.
Arslan spricht fließend Arabisch, Englisch und Italienisch, aber kein Deutsch. Er bemüht sich jedoch, dieses Defizit so schnell wie möglich zu beheben.
Beim Lesen seiner Interview-Antworten stellt sich allerdings die Frage, ob das Vorhaben von Erfolg gekrönt ist.
Zu Beginn seiner Amtszeit stand Arslan dem KSTA in einem Interview Rede und Antwort.
Dort bestritt er, die Ditib erhalte Anweisungen von der Türkischen Religionsbehörde. Alle Entscheidungen würden in Köln getroffen.
Tatsächlich ist es jedoch so, dass über 400, der Religionsbehörde unterstellte türkische Amtsgeistliche in den Moscheegemeinden der Ditib als Imame predigen, lehren und ausbilden - und selbstverständlich erhalten diese Herren ihre Anweisungen von der Türkischen Religionsbehörde.
Im April-Interview stellte Arslan fest, dass es für den Bau der Großmoschee eine breite Zustimmung in der Stadt Köln gebe. Er glaube nicht, dass die Nachbarschaft in Ehrenfeld dem Projekt besonders skeptisch gegenüber steht, weil sich dort schon lange eine Moschee befindet, die nun lediglich ausgebaut wird.
Wie Meinungsäußerungen zu verstehen sind und welche Bedeutung dem Wort "Ausbau" zugrunde liegt, scheint Arslan noch nicht ganz klar zu sein.
Er ist der Meinung, die Öffentlichkeit und die Nachbarschaft seien im Vorfeld ausreichend über die Baumaßnahmen informiert worden. Schließlich schreibe seine Religion vor, die Nachbarn sehr zu schätzen und demnach gebe es viele gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen. Die Frage allerdings bezog sich auf einen anderen Inhalt.
Das Misstrauen der Bürger habe laut Arslan, nichts mit der Ditib zu tun, sondern wird von weltpolitischen Entwicklungen beeinflusst.
Die Ditib stehe auf dem Boden des Grundgesetzes und von ihren Mitgliedern dürfe kein Schaden ausgehen - so sieht es die Religion vor. Im gleichen Zusammenhang sagte Arslan an anderer Stelle, es verletze die Muslime, wenn ihr Glaube ständig mit Terrorismus und Gewalt in Verbindung gebracht werde, "Der Islam dient der Glückseligkeit".
Man müsse die Menschen noch besser über das Moscheeprojekt aufklären, um ihnen die Ängste zu nehmen. So wird "in der Moschee Türkisch gesprochen und auch auf Deutsch gepredigt. Die Kernaussage wird auf Deutsch erfolgen. Es ist wichtig, dass jeder der kommt, die Kernaussage versteht."
Zum "Tag der Moschee" am 3.Oktober, der unter dem Motto "Moscheen - Brücken für eine gemeinsame Zukunft" statt fand, erschien ein weiteres Interview mit Sadi Arslan, diesmal im Kölner "Express".
Vielleicht wendet Arslan eine bekannte Gesprächstaktik an, wenn seine Antworten sich oft nicht auf den Inhalt der Fragen beziehen.
So beantwortete er die Frage, ob die Bedenken der Bevölkerung beim Moscheebau unterschätzt worden seien, folgendermaßen : "Eine Mehrheit ist nach wie vor für den Moscheebau." Wurde Arslan falsch informiert oder sind seine Deutschkenntnisse einfach noch zu rudimentär?
Diese Befürchtung erhebt sich auch bei seiner Stellungnahme zu der Frage, ob auf den Ruf des Muezzins verzichtet werden könne: "Nein. Wer weiß, vielleicht wird irgendwann von der Bevölkerung der hörbare Ruf des Muezzins gewünscht." Des weiteren bezieht sich Arslan auf Fehler der katholischen Kirche und stellt einen nicht nachvollziehbaren Zusammenhang zur Öffentlichkeitsarbeit der Ditib her.
Arslan teilte mit, dass die Predigtsprache Türkisch sein wird und es ihm gleich sei, ob der Lehrer im Religionsunterricht türkisch oder deutsch spricht - Hauptsache, dieser Unterricht findet statt.
Die Ditib will ausgerechnet durch diese Entscheidungen verhindern, dass es zu einer Türkiisierung des Stadtviertels und zur Bildung einer geschlossenen türkischen Gesellschaft kommt- Mit hohen Minaretten, lauten Muezzinrufen und Türkisch als Predigtsprache. Aha.





















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