Palästinensische Dominosteine in Berlin

Wer heute, am 9.November 2009, die ZDF-Sendung "Das Fest der Freiheit: 20 Jahre nach dem Mauerfall" aufmerksam verfolgte, konnte irgendwann nach 21 Uhr den großen Augenblick erleben, wo 1000 bemalte Dominosteine symbolisch für die Berliner Mauer umfielen: entlang der alten Grenzlinie purzelten die Styroporblöcke sauber einer nach dem anderen auf den nächsten, während das Volk jubelte und die Staatsgäste auf der Tribüne am Brandenburger Tor Beifall klatschten. Und weil es ja immer noch in anderen Teilen der Welt Mauern gibt, die Nationen spalten, konnten wir Moderator Thomas Gottschalk im Interview mit einem koreanischen Künstler erleben, der auch allen Grund dazu hat, die Trennung seines Volkes auf einigen Styroporblöcken künstlerisch darzustellen und mit der der Deutschen zu vergleichen.
Keine Frage: ob auf Zypern, in Korea oder Mexiko, überall dort gibt es trennende Mauern, die irgendwann fallen werden, ob mit oder ohne Gewalt. Und es ist gut und richtig, wenn Deutsche, die seit 20 Jahren keine trennende Mauer mehr haben, anderen die Gelegenheit geben, in diesem Zusammenhang auf ihre "Mauer" hinzuweisen.

Doch nachdem die Bundeskanzlerin und der ehemalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR, Joachim Gauck, in ihren Reden ausdrücklich den 9.November nicht nur als den Tag des Mauerfalls beschrieben, sondern auch als jenen Tag der Kristallnacht, der den Beginn der systematischen Vernichtung der europäischen Juden durch die Deutschen bedeutete, den man in diesem Zusammenhang keinesfalls vergessen dürfte, nachdem man also dachte, daß alle Beteiligten an diesem geschichtsträchtigen Tag gebührend zu Wort gekommen waren, wurde man eines besseren belehrt.

Denn da flimmerten plötzlich Bilder über den Bildschirm, die man hier nicht vermutet hätte: palästinensische "Studenten" bemalten Styroporblöcke, die später in Berlin mit anderen umfallen sollten. Und das kam so:


Im Rahmen der „Mauerreise“ hatte das Goethe-Institut symbolische Mauersteine an Orte geschickt, an denen Grenzen und Grenzkonflikte das tägliche Leben der Menschen bestimmen. In Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten, Zypern, Korea, Mexiko, dem Jemen und China setzten Künstler, Jugendliche und Intellektuelle ihre Grenzerfahrungen künstlerisch auf den Mauersteinen um. Die gemeinsame Arbeit an den Steinen erwies sich vielfach als Grundlage für Gespräche zwischen Menschen aus geteilten Orten.

Und als Resultat dieser "Mauerreise" konnten die ZDF-Zuschauer an Hand der Dominosteine heute abend sehen, daß sie, die Deutschen, ja doch viel mehr aus der Geschichte gelernt haben: während die Juden die Palästinenser in Gettos einpferchen (siehe Gaza, mit Mauern), ist Deutschland ein "einig Vaterland" (ohne Mauern) geworden, in dem niemand mehr eingepfercht ist.



[1] 30.10.2009: 20 Jahre Mauerfall: Die weltweite Perspektive des Goethe-Instituts
[2] Studenten der Birzeit-Universität erläutern die Inspiration hinter ihren Entwürfen für die Mauerelemente
[3] Mauerreise: das projekt des Goethe-Instituts
[4] Video: „Liebesgrüße aus Palästina“ – das Projekt Mauerreise in Ramallah
[5] Das Projekt Mauerreise in den Palästinensischen Gebieten

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antisemitische kackscheiße bei wendefeierlichkeiten

dieses bild zeigt einen der dominosteine die am 9.11. am brandenburger tor in berlin standen.

http://urs1798.files.wordpress.com/2009/05/000_0016-2.jpg
http://urs1798.files.wordpress.com/2009/11/000_0016.jpg
http://urs1798.wordpress.com/2009/05/16/projekt-dominostein-vorder-und-ruckseite/

Das ZDF hat - soweit ich

Das ZDF hat - soweit ich mitbekommen habe - in wirklich jeder nachrichtlichen Zusammenfassung im Zusammenhang mit dem 20 Jahrestag der Maueröffnung - Bilder aus dem Westjordanland gezeigt, wo "friedliebende" "verzweifelte" [meine vermutlich Fehlinterpretation, sorry ;o)] Palästinenser Teile "der Mauer" niederrissen und man sah dass auf sie gefeuert wurde oder was auch immer. Alles eingebettet in den 9. November Tenor "diese bösen Mauern müssen fallen". Was ich vermisst habe war die fallende Mauer gen Ägypten. Komisch.

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